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Absturzunfall/-fälle


Keine Kurzbeschreibung verfügbar.


Gerichtsverfahren:

Verurteilung eines Bauherren wegen fahrlässiger Tötung nach Absturz durch Dach:

Auslöser für das Verfahren:
Am Morgen des 28.07.2003 erschien ein Bauunternehmen mit 4 Leiharbeitern einer Personalleasingfirma, darunter das Unfallopfer, an der Halle des Angeklagten. Die Baufirma hatte den Auftrag, .... ,brachte lediglich 4 Laufdielen mit, die ca. 150 cm lang und 40 cm breit waren. Auf die Frage des Halleneigentümers, wo denn das Sicherungsgerüst und das Fangnetz seien, erhielt er vom Bauunternehmer die Antwort, dass diese nicht gebraucht würden, da er (der Bauunternehmer) immer so arbeite. Damit gab sich der Eigentümer wegen der mit der Beschaffung der erforderlichen Sicherungen eintretenden Verzögerung der Abbrucharbeiten und der damit verbundenen Kosten zufrieden. Gegen 13.50 Uhr versuchte der Leiharbeitnehmer eine Dachplatte anzuheben, verlor dabei das Gleichgewicht, trat neben die Laufdiele und fiel durch die Dämmung auf den ca. 7 m darunter liegenden Betonboden der Halle. Dabei zog er sich so schwere Kopfverletzungen zu, dass er wenig später am Unfallort verstarb.
Kurzbeschreibung:
Die Staatsanwaltschaft reichte wegen dem tödlichen Absturzunfall gegen den Bauherren eine strafrechtliche Anklage ein. Sie wirft ihm fahrlässige Tötung vor, der Bauherr habe nach Feststellung von nachlässiger Arbeit, des von ihm beauftragten Unternehmens, die Verantwortung für daraus resultierende Unfälle zu haften. Dagegen wehrt sich der Bauherr.
Verfahrensgang:
Amtsgericht Böblingen, Urteil von 06.2004 (Az.: nur in PLUS-Version)
Beteiligte:
Der Bauherr wird wegen fahrlässiger Tötung von der Staatsanwaltschaft angeklagt.
Leitsatz:
Kein Leitsatz verfügbar.
Tenor:
Der Bauherr wurde wegen fahrlässiger Tötung zu 120 Tagessätzen zu je 60.-€ verurteilt.
Landgericht Stuttgart, Urteil von 10.2004 (Az.: nur in PLUS-Version)
Beteiligte:
Der Bauherr legt gegen die strafrechtliche Verurteilung Berufung ein.
Leitsatz:
Leitsatz nicht verfügbar.
Tenor:
Die Berufung wurde verworfen. Der Tagessatz wurde auf 30 EUR festgesetzt.
Oberlandesgericht Stuttgart, Urteil von 04.2005 (Az.: nur in PLUS-Version)
Beteiligte:
Der Bauherr legt gegen das Urteil des Landgerichtes von Oktober 2004 Berufung ein.
Leitsatz:
Zur strafrechtlichen Verantwortlichkeit des Bauherrn für Schäden der am Bau beschäftigten Arbeiter, wenn der beauftragte Bauunternehmer erkennbar die Sicherheitserfordernisse, die auch einem Laien einsichtig sind, nicht enthält.
Tenor:
Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichtes von Oktober 2004 wird verworfen.

Strafanzeige wegen tödlichem Sturz eines Zimmergesellen:

Auslöser für das Verfahren:
Ein Unternehmer demontierte am 11. Juli 2011 mit seinem Gesellen und einem Lehrling ein Holzgerüst (vom Unternehmer entworfene Sonderkonstruktion). Der Zimmerergeselle arbeitete ohne Helm und ungesichert in 4m Höhe. Er löste die Verankerung des Gerüstes und das Geländer. Dadurch kippte der Stützpfosten nach hinten und das 15m lange und ca. 200kg schwere Kantholz rutschte nach unten, traf den Gesellen am Kopf. Dieser fiel ca. 4m tief und verletzte sich tödlich am Kopf.
Kurzbeschreibung:
Strafanzeige wegen tödlichem Unfall.

Haftung (Schadensersatz) der Sicherheitskoordinatoren für Sturz durch Geschossdeckenöffnung:

Auslöser für das Verfahren:
Im Jahre 2000 führte ein Unternehmen auf einer Baustelle Installationsarbeiten aus. Einer ihrer Arbeiter stürzte am 01.02.2000 durch eine unzureichend abgedeckte, ein Quadratmeter große Aussparung in der Geschossdecke über dem Kellergeschoss und verletzte sich schwer.
Kurzbeschreibung:
Ein Installationsunternehmen macht gegenüber dem Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator einer Baustelle die Kosten geltend, die ihm durch die fast zwei Monate dauernde Arbeitsunfähigkeit eines Arbeiters entstanden sind.
Verfahrensgang:
Landgericht Bayreuth, Urteil von 03.2002 (Az.: nur in PLUS-Version)
Beteiligte:
Leitsatz:
  • Wenn Sicherheitskoordinatoren auf einer Baustelle eingesetzt sind und auf deren Anordnung eine Öffnung in der Geschossdecke über dem Keller ausreichend gesichert worden ist, haften die Sicherheitskoordinatoren nicht für den Sturz eines Arbeiters durch die Öffnung in den Keller, wenn nicht bewiesen werden kann, dass sie die Entfernung der Sicherung bei Wahrnehmung ihrer Überprüfungspflichten hätten bemerken müssen.
Tenor:
Tenor nicht verfügbar
Oberlandesgericht Bamberg, Urteil von 09.2002 (Az.: nur in PLUS-Version)
Beteiligte:
Leitsatz:
  • Die SiGeKos auf einer Baustelle haften nicht für den Unfall eines Arbeiters, der durch eine nicht gesicherte Öffnung der Geschossdecke über dem Keller stürzt, wenn die Sikos eine ausreichende Sicherung angeordnet hatten, diese auch angebracht war, und nicht bewiesen werden kann, dass die Sikos bei Wahrnehmung ihrer Überprüfungspflichten die Entfernung dieser Sicherung hätten bemerken müssen.
Tenor:
  1. Die Berufung der Klägerin gegen das Endurteil des Landgerichts Bayreuth von März 2002 wird zurückgewiesen.
  2. Die Klägerin hat die Kosten des Berufungsverfahrens zu tragen.
  3. Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.
  4. Die Beschwer der Klägerin beträgt 6.073,15 Euro
  5. Die Revision wird nicht zugelassen.

Strafrechtliche Aufarbeitung des Einsturzes der Eissporthalle von Bad Reichenhall:

Auslöser für das Verfahren:
Beim Einsturz der Eissporthalle am 02.01.2006 in Bad Reichenhall wurden 15 Menschen getötet und 6 weitere schwer verletzt. Am Vormittag des 02.01.2006 stellte der Hallenbetriebsleiter nach Schneefällen eine Belastung des Hallendachs fest, die noch im Bereich der – nach den statischen Berechnungen aus der Bauzeit – maximal zulässigen Schneelast (150 kg/m2) lag. Da weitere Schneefälle angekündigt waren, sollte die Halle um 16:00 Uhr geschlossen werden, um das Dach am kommenden Tag vom Schnee zu räumen. Um 15:55 Uhr stürzte das Hallendach ein. In Anbetracht der vorneherein geminderten Tragfähigkeit, des natürlichen Alterungsprozesses, vor allem aber wegen der sich auflösenden Leimverbindungen war das Dach der Belastung nicht mehr gewachsen.
Kurzbeschreibung:
Das LG Traunstein hatte im Urteil von November 2008 einen der Angeklagten, einen Diplomingenieur mit Fachbereich Ingenieurbau, vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung freigesprochen.
Auf die Revision der Staatsanwaltschaft und mehrerer Nebenkläger hat der BGHden Freispruch wegen Rechtsfehlern bei der Beweiswürdigung aufgehoben.
Verfahrensgang:
Landgericht Traunstein, Urteil von 11.2008 (Az.: nur in PLUS-Version)
Beteiligte:
Leitsatz:
Leitsatz nicht verfügbar
Tenor:
  1. Der Angeklagte G ist schuldig der fahrlässigen Tötung in 15 tateinheitlichen Fällen rechtlich zusammentreffend mit fahrlässiger Körperverletzung in 6 tateinheitlichen Fällen. Er wird hierwegen zu einer Freiheitsstrafe von 1 Jahr 6 Monaten verurteilt, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wird. Der Angeklagte trägt die Kosten des Verfahrens einschließlich der notwendigen Auslagen der Nebenkläger. Angewendete Vorschriften: §§ 222, 229, 230 I, 52 StGB.
  2. Die Angeklagten R und S werden freigesprochen. Die insoweit ausscheidbaren Kosten des Verfahrens einschließlich der notwendigen Auslagen der beiden Angeklagten fallen der Staatskasse zur Last.

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Stand: 03.04.2025
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details/details.txt · Zuletzt geändert: 2025/03/26 17:19 von M.Gerner

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